Fernseher als Monitor verwenden?

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Einen Fernseher als Monitor zu verwenden, scheint vielen erstmal einleuchtend. Manche setzen den Begriff Fernseher sogar mit Monitor gleich. In der Tat ist das jedoch falsch. Einen Fernseher als Monitor verwenden, das ist unter Umständen aber trotzdem möglich. Klären wir zunächst einmal, was einen Monitor von einem Fernseher unterscheidet.

Fernseher als Monitor verwenden Nachteile


Fernseher als Monitor verwenden: Wo liegen die Unterschiede?

Bevor wir darauf eingehen wie man einen Fernseher als Monitor verwendet gehen wir zunächst einmal auf die Unterschiede ein. Ein Fernseher bezeichnet einen Bildschirm mit dazugehöriger Hardware, die sich zum Empfang von Fernsehprogrammen eignet. In der Regel sind in einem Fernseher deshalb gleichzeitig eine oder mehrere Empfänger für digitales Fernsehen integriert: DVB-T, DVB-C und DVB-S hat sicher jeder schon einmal gehört.

Ein Monitor hingegen hat keine solche erweiterten integrierten Geräte und Funktionen. Ein Monitor ist allein darauf ausgelegt, eingehende Bildsignale bestmöglich wiederzugeben. Viele wählen ihren Monitor abhängig vom Einsatz.

Designer und 3D-Künstler sowie Animatoren nutzen einen Monitor, der eine hohe Auflösung und insbesondere eine sehr natürliche Farbwiedergabe bietet. Gamer hingegen achten bei Gaming Monitoren vornehmlich auf die Reaktionszeit, die am besten unter einer Millisekunde liegen sollte.

Fernseher als Monitor

Monitore


Fernseher als Gaming Monitor verwenden

Wir haben es bereits angesprochen: Es ist möglich, einen Fernseher als Monitor zu verwenden, auch im Gaming Bereich. Jedoch muss man hier auf einige technische Aspekte Acht nehmen. So kommt es insbesondere auf die Reaktionszeit an. Nicht selten ist die Reaktionszeit eines Fernsehers deutlich über der eines Monitors.

Fernseher als Monitor

Fernseher als Monitor fürs Gaming  verwenden

Bei einer zu hohen Reaktionszeit, sagen wir über etwa 90 ms, macht sich bereits eine Verzögerung bemerkbar, die den Spielfluss trüben kann. Doch nicht nur das. Bereits ab 30 ms ist es in Onlinespielen möglich, im Nachteil zu sein. Nehmen wir als Beispiel einen modernen Ego Shooter wie Battlefield:

In diesem Computerspiel ist es entscheidend, den gegnerischen Spieler zu sehen und auf ihn zu schießen. Je schneller man den Gegner sieht, desto besser. Hier kommt es auf die Latenz der Internetverbindung ebenso an, wie auf die Reaktionszeit. Bedenkt man, dass sich einige Spieler bereits ab einem Ping von 30 ms im Nachteil fühlen, weiß man, dass eine zusätzliche Verzögerung durch den Monitor sicher nicht förderlich ist.

Neben der Reaktionszeit ist beim Computerspielen mit einem Fernseher als Monitor ebenfalls wichtig, auf die Eingänge zu achten. Gerade, wenn mehrere Monitore an der Grafikkarte angeschlossen sind, können HDMI Anschlüsse schon mal Mangelware werden. Andersherum sind DVI Anschlüsse an Fernsehern extrem selten zu finden. Die gute Nachricht: Mit Adaptern kann man entsprechende Inkompatibilitäten ausgleichen.

Brandaktuell ist auch die Verwendung von 144 Hz Monitoren im Gaming Bereich. Wie sich die im Vergleich zu den 120 Hz Fernsehern schlagen? Linus, ein YouTuber von einem der berühmtesten Kanäle auf YouTube, Linus Tech Tips, hat hier ein sprechendes Video gemacht:


4K TV als Monitor

Natürlich lässt sich auch ein 4K Fernseher als Monitor verwenden. Hier wendet man bestenfalls dieselben Regeln an: Im Vordergrund sollten im Gaming Bereich die Reaktionszeit stehen, ebenso wie die Anschlüsse. Gerade auf die muss man bei 4K Übertragungen besonderen Wert legen. Denn nicht jeder Eingang des Fernsehers bzw. Ausgang der Grafikkarte ist dazu fähig.

Fernseher als Monitor

Der Fernseher mag 4K Übertragungen sehr wahrscheinlich auf jedem digitalen Eingang unterstützen. Dazu ist bei HDMI die Spezifikation 2.0 oder besser von Nöten. Doch Grafikkarten haben auf diesen Standard erst seit kurzem aufgerüstet. Bisher wurden 4K Übertragungen bei Grafikkarten über den sogenannten Displayport Anschluss abgewickelt. Das könnte bei etwas älteren Grafikkarten (älter heißt, etwa 2-3 Jahre alt) schon kritisch werden, auch, da Adapter bei 4K möglicherweise zu Problemen führen.


Fernseher über Wlan als Monitor verwenden

Wer einen modernen Fernseher besitzt, der hat von Smart TV sicherlich schon einmal etwas gehört. Mit diesem Begriff bezeichnet man vordergründig die WLAN Fähigkeit des Fernsehers ebenso wie ein eigenes Betriebssystem mit diversen Programmen, ähnlich wie bei einem Smartphone. Die meisten Smart TV können drahtlos Bilder übertragen bzw. empfangen.

Die dahinterstehende Technik ist entweder Intels WiDi oder Miracast. Damit ist eine Art Livestream von einem beliebigen Gerät auf den Fernseher möglich. Natürlich muss das Sendegerät ebenfalls eine der beiden Techniken unterstützen. Moderne Computer können das bewerkstelligen. Leider eignet sich diese Übertragungstechnik nicht für das Gaming, weil stets mit einer gewissen Verzögerung von teils mehreren 100 ms zu rechnen ist.

Doch auch dafür gibt es Abhilfe. Wer eine NVIDIA Grafikkarte hat, der kann Spiele verzögerungsfrei auch in 4K Auflösung über die NVIDIA eigene Applikation und Technologie namens Moonlight finden. Die Voraussetzung dafür ist, dass auf dem Empfangsgerät die entsprechende Moonlight App installiert werden kann. Das ist bei vielen TV Geräten leider nicht möglich. Bei vielen Smartphones mit Android hingegen schon.

Nachteile von TV-Geräten als Monitor

Wer einen Fernseher als Monitor verwendet, muss mit gewissen Nachteilen leben: Der Fernseher schaltet sich in der Regel nicht automatisch an und ab, wie ein Monitor.

Des Weiteren müssen die meisten mit einer höheren Reaktionszeit leben, denn Fernseher haben grundsätzlich eine höhere Reaktionszeit als Monitore. Liegt diese im Bereich von mehreren Zehntel Millisekunden kann der Spielspaß schnell zum Ärger werden. Besonders in Online-Games wie Ego Shootern.

Warum sich bei der Playstation oder anderen Konsolen niemand darüber beschwert? Weil praktisch alle Spieler über einen Fernseher spielen und sich die Verzögerung deshalb nicht so schnell bemerkbar macht.

Ein weiterer Nachteil, der bisher gar nicht zur Sprache kam, ist die Größe. Das Arbeiten an einem Fernseher an einem Schreibtisch ist in den meisten Fällen nicht möglich, da ein Fernseher einfach zu groß dafür ist. Man würde zu nah vor dem Bildschirm sitzen. Einzig 4K TVs könnten hier noch hoch genug auflösen.

Monitor als Fernseher verwenden

Drehen wir das Spiel einmal um. Natürlich lässt sich nicht nur ein Fernseher als Monitor, sondern auch ein Monitor als Fernseher verwenden. Dafür wird nur ein Receiver benötigt! Auch hier gilt: Achten Sie bitte auf die Kompatibilität zwischen den Anschlüssen.  Eine tolle Übersicht zu verschiedenen Anschlüssen finden Sie hier. Zur Not gibt es glücklicherweise Adapter um fast alle Kombinationen möglich zu machen. Welche Möglichkeiten es in dieser Hinsicht gibt, zeigt dieses Video:

 


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